Zu Beginn des 26. Kapitels lesen wir in Vers 2, dass Jesus präzise voraussagt, wann er sterben wird, nämlich am Passa. Dabei ist Jesus das perfekte Passalamm. Interessant ist diese Voraussage, da sie uns verdeutlicht, dass Jesus alles im Griff hat. Erst nach seiner Ankündigung lesen wir dann davon, wie die Hohepriester ihre Pläne schmieden, um dann mit bösen Herzen das auszuführen, was Gott geplant hat.

(Die Verse 6-13 haben wir ja schon bedacht – trotzdem ist der Bezug zur Salbung auch für den Fortgang des Kapitels ein hilfreicher Kontrast)

Ab Vers 14 lesen wir, dass Judas los geht und Jesus verrät. Judas ist ganz im Kontrast zu der Frau, die Jesus gesalbt hatte, überhaupt nicht daran interessiert, Jesus zu ehren. Im Gegenteil, er wird nun zum Handlanger der Hohenpriester und Ältesten und doch ist er eben letztendlich ein Handlanger Gottes, denn er sorgt dafür, dass das geschieht, was Jesus bereits angekündigt hatte.

  • Ich wünsche uns, dass wir in allen Dingen – so wie die Frau aus Vers 6-13 – darauf bedacht sind, den HERRN zu ehren und gleichzeitig darauf zu vertrauen, dass ER Alles im Griff hat und das tun wird, was ER sich vorgenommen hat und dass das gut für alle ist, die an Ihn glauben!

Der Bericht über die Einsetzung des Abendmahls beginnt damit, dass Jesus noch ein weiteres Mal deutlich macht, dass ER alles im Griff hat. Manche Ausleger behaupten, Jesus hätte im Vorfeld Absprachen bzgl des Ortes für das Mahl getroffen. Auszuschließen ist das natürlich nicht und doch erscheint es mir, dass Jesus hier wohl eher einfach wusste, wie Dinge laufen werden und die Herzen der Betroffenen entsprechend gelenkt hat – so wie auch schon zuvor, als er die Jünger vor dem Einzug nach Jerusalem am Palmsonntag losschickte, um ein Eselsfüllen zu holen.

Und dann erweist Jesus seine Kenntnis der Zukunft auch noch im Hinblick auf Judas.
Bemerkenswert ist dabei mal wieder, wie Gottes souveräne Vorherbestimmung und menschliche Verantwortung Hand-in Hand gehen. Einerseits war es immer schon Gottes Plan, dass Jesus sterben sollte und Gott allein hatte auch festgelegt, wann und wie. Und doch macht Jesus auch deutlich, dass der Verräter die Konsequenzen seiner bösen Tat erfahren wird (V.24). In unserer menschlichen Logik sind wir dazu geneigt, das Eine gegen das Andere auszuspielen und uns einseitig festzulegen – d.h. entweder Gott ist absolut souverän und bestimmt was geschieht oder Menschen haben eine echte Verantwortung für ihre Entscheidungen. Aber die Bibel zeigt uns, dass diese Dinge koexistieren können, auch wenn wir das mit unserer Logik nicht erfassen können.

Dann kommt es zum Mahl. Jesus nennt hier Brot und Wein „mein Leib“ und „mein Blut“. Allein diese Einsetzung führt meines Erachtens die römisch-katholische Lehre der Transubstantion (und auch die lutherische Konsubstantionslehre) ad absurdum.
Jesus multipliziert sich hier ja nicht – er meint ganz offensichtlich, dass Brot und Wein symbolisch für seinen Leib und sein Blut stehen. Viel wichtiger ist aber natürlich, was Jesus dabei lehrt. Er gibt sein Leben zur Aufrichtung eines Bundes und durch sein Opfer nimmt er unsere Schuld auf sich, so dass wir von unserer Schuld befreit, Vergebung erfahren können. ER selbst beschreibt sich hier also im Sinne des Passalamms, das ja als stellvertretendes Opfer dargebracht wurde.

Schließlich gibt Jesus seinen Jüngern eine weitere großartige Zusage: Er wird das Mahl nun nicht mehr mit ihnen feiern – bis an den Tag, „an dem ich von neuem davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich.“ So ist das Abendmahl eben nicht nur ein Mahl des Rückblicks, sondern auch des nach vorne Schauens hin zu diesem großartigen Tag!

 

In diese „Feier“ hinein spricht Jesus dann harte Worte. Er sagt seinen Jüngern, dass sie ihn verleugnen werden. Diese Worte klingen harsch – sind aber sehr liebevoll. Denn gerade weil Jesus es ankündigt, dürfen die Jünger darauf vertrauen, dass Ihr Herr ihnen ihre Untreue vergeben wird. Er ist der gute Hirte, der seine Schafe wieder sammeln wird!