Matthäus berichtet zu Beginn des 27. Kapitels davon, dass Judas so etwas wie Reue empfindet. Aufgrund der anderen biblischen Aussagen über Judas kann das wohl nicht bedeuten, dass er tatsächlich Buße getan hat und gläubig wurde. Denn auch ohne Bekehrung gibt es ja so etwas wie Reue über böse Taten bzw über die Konsequenzen der Sünde.

Wirklich spannend finde ich die Aussage in Vers 9, dass der Feldkauf durch die Hohenpriester mit dem zurückgegebenen Blutgeld eine Erfüllung der Prophetie des Jeremia darstellt. In der Lutherübersetzung wird dann darauf verwiesen, dass es sich hier um die Kombination der Worte aus Jer 32,9 und Sacharja 11,12f handelt. Aber wenn man diese Verse (und den Kontext dieser Verse) liest, käme wohl niemand auf den Gedanken, dass diese Verse in irgendeiner Weise auf die hier beschriebene Begebenheit hinweisen.

Andererseits bestätigt dies die These, dass eben das ganze AT auf das Evangelium von Jesus Christus hinweist. Selbst solch skurrilen Prophetien finden hier ihre Erfüllung.

Dann ist wieder Jesus im Fokus. Nun steht er vor Pilatus. Jesus antwortet nur auf eine Frage und bestätigt dabei, dass er der König der Juden ist. Zu allen anderen Vorwürfen schweigt er. Pilatus ist offensichtlich nicht davon überzeugt, dass Jesus den Tod verdient. Und er sucht einen eleganten Ausweg. Da zum Passafest immer ein Gefangener freigelassen wurde, könnte er Jesus freilassen ohne den Hohenpriestern zu widersprechen und Jesus als unschuldig freizusprechen. Wir wissen nicht viel über Barabbas aber offenbar war sich Pilatus ziemlich sicher, dass die Menschen ihn auf keinen Fall befreit sehen wollten. Aber der Hass gegen Jesus kennt keine Grenzen und keine vernünftige Abwägung.

  • Hinter allem steht dabei aber eindeutig Gott, der genau das tut, was ER sich vorgenommen hat, damit ER unsere Schuld auf sich nehmen kann und wir gerettet werden können.

Dann beginnt der Bericht über die Qualen Jesu. In den Versen 26-30 lesen wir die grausamen Worte von der Geißelung und Verspottung Jesu. Hier sehen wir das Böse im Menschen und die Liebe Jesu, der für Sünder all diese Qualen litt, damit alle, die an IHN glauben nicht leiden, sondern eines Tages von allem Leid befreit sein können!