Auch der Kolosserbrief wurde von Paulus aus dem Gefängnis geschrieben. Dabei schreibt er hier an eine Gemeinde, die er nicht gegründet hat. Wahrscheinlich ist die Gemeinde durch Epaphras entstanden – zumindest klingt das in Vers 7 an. Durch ihn hat Paulus über den Zustand der Gemeinde gehört. Das veranlasst ihn zum einen dazu, Gott für die Kolosser zu danken. Zum anderen weiß Paulus aber so auch, in welchen Bereichen die Gemeinde noch Lehre und Korrektur braucht. Er betet für Erkenntnis und Weisheit, die sich dann auch im Leben widerspiegeln sollen und weist dann auf Christus hin.
Das tut er dann vor allem ab Vers 15 durch den sogenannten Christus-Hymnus, in dem Christus zuerst als der HERR der ganzen Schöpfung und dann auch als der HERR der neuen Schöpfung (der Gemeinde) gepriesen wird.
An Vers 21 betont Paulus, dass unsere Erlösung das gnädige Werk des Herrn Jesus ist. Das war für die Kolosser besonders wichtig, da sie scheinbar in der Gefahr standen, sich von Christus zu entfernen und sich durch Irrlehrer verwirren zu lassen, die irgendwelche weltliche Philosophien lehrten.
- Auch heute noch gibt es bei Christen manchmal das Verlangen, ganz neue Dinge zu erfahren.
- Paulus macht deutlich, dass das der falsche Weg ist. In Christus haben wir alles. Deswegen tun wir gut daran, unsere Energie darauf zu verwenden, IHN besser kennen zu lernen.
Gleich zu Beginn von Kapitel 2 macht Paulus nochmals deutlich, dass in Jesus Christus: verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.“ (Kol 2,3) Und dann macht Paulus ganz deutlich, warum er das immer wieder betont … „damit euch niemand betrüge mit verführerischen Reden.“ Christen sollen in Christus gegründet und verwurzelt sein und in IHM leben, denn in IHM wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig (2,6-9).
Dann erklärt der Apostel, wie wir zu Kindern Gottes geworden sind, nämlich durch die Beschneidung unserer Herzen. Diese Wiedergeburt bekennen wir in der Taufe. Die Wassertaufe ist dabei eine Darstellung der Wiedergeburt. Im unter das Wasser gehen wird sichtbar gemacht, dass wir unserem alten Leben gestorben sind und nun ein neues Leben führen. Durch seinen Tod hat Jesus unsere Schuld bezahlt, so dass alle, die an ihn glauben, von aller Schuld befreit sind. Und wer dann im Glauben zu Jesus kommt, der hat neues und ewiges Leben, denn Jesus hat den Tod besiegt.
- An dieser großartigen Erkenntnis sollen wir festhalten. Dann können uns die falschen Lehrer nichts anhaben, die behaupten eine extra Erkenntnis zu haben – oder die uns in eine rein weltliche Gesetzlichkeit führen wollen.
- Ich wünsche uns allen, dass wir die großen Evangeliumswahrheiten klar vor Augen haben, so dass wir aus der Gnade und für unseren Herrn Jesus leben können und uns durch nichts anderes gefangen nehmen lassen.
Zu Beginn des 3. Kapitels erklärt Paulus, dass die erfahrene Gnade Gottes, unser gegenwärtiger Stand als Kinder Gottes und unsere zukünftige Hoffnung uns zu einem frommen Leben motivieren sollten. Die Worte der Verse 1-4 erinnern ein wenig an Jesu Aussage aus der Bergpredigt, dass wir nach dem Reich Gottes trachten sollen (Mt. 6,33)
Die Verse 5-9 zeigen uns, wovon es sich abzuwenden gilt und ab Vers 10 bekommen wir dann einen Blick auf das Leben, das wir führen sollten. Diese Verse sind es wert, sehr langsam gelesen zu werden. Mich fordern beide Listen heraus, denn sie zeigen mir, wo ich noch sehr fleischlich gesinnt bin und auch, wo ich noch wachsen sollte. Dabei ist wichtig zu bedenken, dass diese Aufforderung auf dem basiert, was der HERR für uns getan hat. Es ist also eine Anweisung dafür, wie Jünger Jesu leben sollen und nicht die Eingangsvoraussetzung, um Jünger Jesu zu werden. Das ist ein Gnadengeschenk Gottes und diese Erkenntnis sollte uns dann zu einem Leben als Jünger motivieren.
Das Ende von Kap 3 kommen dann mehrere Aufrufe, sich in die gegebenen Ordnungen einzufügen. Dabei sollen wir uns unterordnen im Wissem um Jesu Herrschaft über allem. Und wir sollten leiten ganz im Sinne Jesu und im Wissen, dass ER über uns steht.
Der Brief endet in Kapitel 4 mit einem Aufruf zu Gebet und weisem Verhalten in der Welt bevor dann ausführliche abschließende Grüße kommen. Gerade diese sehr persönlichen Worte vermitteln etwas davon, wie sehr Paulus eben nicht einfach nur Schreibtisch-Theologe war, sondern ein echter Hirte voller Liebe zu den Schafen.
- Und so lehren uns eben auch diese Grüße einiges darüber, wie wir füreinander da sein sollten und miteinander leben sollten.