Der Epheserbrief beginnt – nach einem kurzen Gruß – mit einem wunderbaren Lobpreis Gottes. Dabei beschreibt Paulus das souveräne Wirken Gottes und seinen Plan, in den er seine Erwählten einbezogen hat. Wenn ich meine eigene Schwachheit sehe und meine Sündhaftigkeit, dann kann ich den Herrn nur loben und preisen, dass ER mich vor Grundlegung der Welt (und damit völlig unabhängig davon wer ich bin oder was ich tue) erwählt hat und mich dazu vorherbestimmt hat, sein Kind zu sein.
Konkret betont Paulus über Gottes Werk für uns Christen:
- Er hat uns gesegnet mit allem geistlichen Segen
- ER hat uns in Christus vor Grundleung der Welt erwählt, damit wir ein untadeliges Leben führen.
- Er hat uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein
- In IHM haben wir die Erlösung
- ER hat uns wissen lassen, das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschluss
- In IHM sind wir als Erben eingesetzt
- In IHM sind wir versiegelt mit dem Heiligen Geist.
- Das entlässt mich nicht aus meiner Verantwortung zu einem Gott-gefälligen Leben – ganz im Gegenteil, es setzt mich dazu frei. Gott befähigt seine Kinder durch seinen Geist zum Lob seiner herrlichen Gnade zu leben.
Nach all diesen großartigen Wahrheiten betet Paulus für die Epheser – und dieses Gebet ist ein Gebet, dass wir auch für uns beten dürfen. Paulus betet, dass Gott den Ephesern noch mehr Erkenntnis schenkt, damit diese immer mehr verstehen, wie groß Gottes Kraft ist, die in ihnen wirkt.
- Genau das wünsche ich uns allen!
Die ersten 10 Verse aus Epheser 2 sind eine großartige Zusammenfassung von dem, was alle Christen erlebt haben – auch wenn manchem Christen einzelne Aspekte evtl nicht unmittelbar klar gewesen sein mögen. Wir alle waren einst (geistlich) tot durch unsere Übertretungen und Sünden und lebten und der Herrschaft Satans und standen somit unter Gottes Zorn. Natürlich haben manche Christen schon sehr früh in ihrem Leben eine Bekehrung erlebt, dass sie sich an diese Zeit nicht unbedingt erinnern können. Und doch ist das eben der Naturzustand aller Menschen seit dem Sündenfall.
Egal wie wir unsere Bekehrung erlebt haben … letztendlich ist im Leben aller Christen das geschehen, was ab Vers 4 beschrieben wird. Dabei ist eindeutig Gott derjenige, der die Bekehrung von Menschen bewirkt. Er tut das aufgrund seiner Barmherzigkeit und Liebe und durch Christus – ganz konkret durch seine Auferstehung. Er handelt dabei in Gnade, aus der allein wir gerettet sind, durch den Glauben, der eine Gabe Gottes ist.
Wie schon in Kapitel 1, so klingt auch wieder klar durch, dass unsere Erlösung allein das Werk der freien Gnade Gottes ist. Wäre das nicht so, dann würde das ja bedeuten, dass Christen etwas zu ihrer Erlösung beigetragen hätten (und wenn es nur die richtige Entscheidung wäre, die sie im Gegensatz zu Anderen getroffen haben). Dann hätten sie ja etwas, dessen sie sich rühmen könnten. Genau das schließt unser Text hier aber eindeutig aus.
- Das Ziel dieses Gnadenwerkes Gottes ist dann, dass wir nun auch in dem Leben wandeln, das er uns gegeben hat.
Ab Vers 11 betont Paulus, dass es auf Grundlage des Evangeliums keine Trennung unter Christen geben sollte. Durch Christus sind Juden und Heiden eins gemacht. Dabei liegt der Fokus auf den Heiden, die – wenn sie aufgrund der Gnade Gottes Christen geworden sind – nun eben Mitbürger im Reich Gottes, Heilige und Gottes Hausgenossen sind. Gottes Haus ist immer noch das gleiche wie schon im AT. Neben dem gläubigen Überrest Israels, kommen nun eben auch die gläubig gewordenen Heiden hinzu. Das unverrückbare Fundament von Gottes Haus (der Gemeinde) sind die Lehren des AT (Propheten) und des NT (Apostel). Zusammen zeugen sie von Christus.
Weil Gott in Christus zu uns Menschen kam und durch seinen Geist in den Gläubigen wohnt. brauchen wir heute keinen Tempel mehr. Juden und Heiden gehören zusammen zum Haus Gottes – dem heiligen Tempel, von dem in 2,21 die Rede ist und der das darstellt, worauf der physische Tempel im AT hingewiesen hat.
- Dieses Kapitel zeigt uns also von Anfang bis Ende unseren souveränen und gnädigen Gott, der entsprechend seines guten Planes handelt.
- Dieser Gott verdient unsere Anbetung und unser ganzes Leben.
In Kapitel 3 beschreibt Paulus seinen Dienst. Da der Herr ihm das große Geheimnis des Evangeliums eröffnet hat, ist er nun Bote dieser guten Nachricht mit dem Ziel, dass Menschen (v.a. Heiden) zum Glauben kommen. Das war schon immer der große Plan Gottes, der aber eben nun erst jetzt vollends offenbart wurde.
Das Ziel dieses Dienstes ist es, dass die zum Glauben gekommenen Juden und Heiden sich gemeinsam in Gemeinden sammeln, die dann durch ihr Miteinander Zeugnis geben von der vereinenden und verändernden Kraft des Evangeliums. Dieses Zeugnis der Gemeinde gilt dabei nicht nur den Menschen, sondern auch den himmlischen Mächten (3,10)
Ab 3,14 sehen wir dann ein großartiges Gebet des Paulus für die Gemeinde. Er weiß, wie sehr Christen auf die verändernde Kraft von Gottes Geist angewiesen sind, damit sie immer mehr so leben und lieben, wie Gott es für uns vorgesehen hat. Gerade das zunehmende Erkennen der Liebe Christi wird uns dabei immer weiter verändern. Und so betet Paulus eben genau dafür. Das letztendliche Ziel in allem ist, dass Gott die Ehre bekommt!
- Dieses wunderbare Gebet bete ich für mich und für uns alle.
Kapitel 4 ist ein Aufruf zur Einheit unter Christen. Dabei sind nach einander zwei verschiedene Formen der Einheit im Blick.
In den ersten Versen lesen wir von der Einheit, die durch Christus bereits besteht. Das knüpft an 2,11ff an.
- Als Kinder Gottes sind wir Geschwister im Glauben und uns verbindet mit einander viel mehr, als mit irgendwelchen Nichtchristen. Es ist unsere Verantwortung, dies auch so zu leben und der Welt so Zeugnis zu geben von der Liebe, die wir durch Gottes Geist haben und die uns verbindet.
Ab Vers 7 nimmt Paulus dann kurz die individuellen Gaben in den Blick und betont, dass diese zum Wohle der Gemeinde eingesetzt werden sollen. Dabei endet er mit einem Blick auf das Amt der Hirten & Lehrer. Diese haben eine ganz wichtige Funktion. Denn durch gute biblische Lehre sollen sie – neben der schon bestehenden Einheit in Christus – auch darauf hinwirken, dass die Gemeinde hinwächst zur Einheit in der Erkenntnis.
Diese ist eben nicht automatisch gegeben. Aber diese kann durch gute Lehre gefördert werden.
Da wo unterschiedliche Sichtweisen bestehen, fehlt es mindestens auf einer Seite offensichtlich noch an echter Erkenntnis. Da ist dann gute Lehre gefragt. Dabei soll die Wahrheit aber immer in Liebe vermittelt werden … das heißt beim Ringen um die Einheit der Erkenntnis sollten wir immer darauf bedacht sein, die grundlegende Einheit in Christus nicht zu gefährden. Diese muss die Basis sein, auf der dann eben auch in Liebe zu Gott und zu einander nach mehr Einheit in der Erkenntnis gerungen werden kann.
Beide Dimensionen der Einheit sollten also unbedingt koexistieren.
- Wir sollten weder im Namen der schon bestehenden Einheit alle Erkenntnisunterschiede ausblenden, denn das verhindert dann die noch tiefere Einheit der Erkenntnis.
- Noch sollten wir aufgrund von Erkenntnisunterschieden aus dem Blick verlieren, dass wir schon ganz fundamental vereint sind.
Ab Vers 17 ermahnt Paulus die Christen dann dazu, sich bewusst um ein Christus-gemäßes Leben zu bemühen. Wir leben ja immer noch in der Spannung zwischen sündigem Fleisch und dem neuen Menschen, zu dem wir durch Gottes Geist neu-geboren worden sind. Diesen neuen Menschen sollen wir immer wieder bewusst „anziehen“. Wenn wir das tun, dann werden auch im Miteinander so leben, dass Sünde und Streit keinen Raum bekommen, sondern wir eben in Gnade, Vergebung und Liebe mit einander leben.
- Möge der HERR uns in diesem Sinne immer weiter wachsen lassen.
So können wir dann auch immer mehr zu den Menschen werden, die Gott im Prinzip schon aus uns gemacht hat.