Im 9. Kapitel lesen wir von einer ganz besonderen Bekehrungsgeschichte, nämlich der des Paulus. Dabei sehen wir, dass Bekehrung das souveräne Werk Gottes ist. Saulus sucht nicht nach Christus. Er sucht Christen, um sie einzusperren. Und dann findet Christus ihn und wirft ihn zu Boden. Er lässt Saulus physisch erleben, was auf ihn in geistlicher Hinsicht schon immer zutraf – er wird blind. Und dann sendet der Herr ihm einen Evangelisten und die Verkündigung des Evangeliums macht den Blinden sehend.
- Interessant ist, dass Gott trotz seines direkten Eingreifens eben doch einen Menschen gebraucht, um Saulus das Evangelium zu offenbaren. Wie dann in Kapitel 10 auch bei Kornelius so sehen wir auch hier, dass Gott immer Menschen gebraucht, um Menschen zu erreichen.
Der frisch bekehrte Saulus wird dann gleich zu einem fleißigen Evangelisten. Gott gebraucht dabei seine gute Vorbildung als Mann, der das AT sicher sehr gut kannte.
Am Ende des Kapitels kommt dann Petrus wieder ins Bild. Er ist nun nicht mehr in Jerusalem und wird von Gott so geführt, dass in am Ende desKapitels in Joppe ist.
Gleich zu Beginn des Berichts über die Bekehrung des Kornelius in Kapitel 10, lesen wir von Gottes unmittelbarem Eingreifen sowohl im Leben von Kornelius, wie auch bei Petrus. Zuerst hat der gottesfürchtige Heide Kornelius eine Engelserscheinung und dann hat Petrus ebenfalls eine Vision.
- Auch wenn dies hier nicht explizit erwähnt wird ist offensichtlich, wie Gott alles arrangiert und lenkt.
Interessant finde ich, wie Petrus mit der Vision umgeht. Er isst keines der Tiere, von denen er aus Gottes Wort weiß, dass sie unrein sind. Er weiß sich so klar an Gottes Wort gebunden, dass er danach handelt, selbst wenn ihm die Vision scheinbar etwas Anderes sagt. Aber gerade dadurch, dass er sich eben nicht einfach über das Wort Gottes hinwegsetzt, kann er dann verstehen, was Gott ihm wirklich sagen will. Und so versteht er dann letztendlich, dass es Gott nicht um die Speise ging, sondern um Kornelius und die Heiden.
- Neben dem souveränen Wirken sehen wir hier also auch, wie Gott den Gehorsam des Petrus gebraucht.
Und so kommt Petrus dann nach Cäsarea und predigt dem Kornelius und seinen Freunden das Evangelium. Dabei erlebt er dann ein weiteres Mal, wie sich das Pfingstwunder wiederholt. Der Heilige Geist fällt auf die Zuhörer der Predigt des Petrus und das wird dadurch für Petrus zweifelsfrei dokumentiert, dass die Menschen anfangen, in Zungen zu reden.
Hier erreicht das Evangelium nun die dritte Etappe, entsprechend der Verheißung Jesu aus Apg 1,8. Nach Jerusalem und Judaä & Samarien, kommt nun das Evangelium auch zu den Heiden.
- Gottes Wort ist für alle Menschen. Und wir brauchen keine besonderen Visionen um zu wissen, dass auch wir freimütig aller Welt das Evangelium predigen sollten, das ja auch uns einst von treuen Gläubigen verkündet wurde.
- Lasst uns das treu und mutig tun!
In den ersten 18 Versen von Kapitel 11 lesen wir eine Zusammenfassung der Ereignisse, die uns bereits in Kapitel 10 beschrieben wurden. Nachdem Petrus von Cäsarea nach Jerusalem zurückkam, musste er sich vor den anderen Aposteln rechtfertigen. Hier wird deutlich, dass den Juden-Christen anfänglich nicht klar war, dass das das Evangelium tatsächlich die frohe Botschaft für die ganze Welt ist. So wird Petrus kritisiert und in Frage gestellt, weil er den Heiden das Evangelium gebracht hat. Doch Petrus kann das erklären und so erkennen dann auch die Juden-Christen in Jerusalem an, dass das Evangelium tatsächlich eine globale Botschaft ist.
Ab Vers 18 lesen wir dann, wie das Evangelium zu Juden und Heiden in Antiochia kommt. Dort werden die Gläubigen zum ersten Mal CHRISTEN genannt. Das ist überhaupt eine von nur zwei Stellen in der Bibel (die andere ist Apg 26,28), in der die Gläubigen Christen genannt werden. Der Begriff ist aber natürlich sehr gut, denn es macht deutlich, dass wir zum Christus gehören und ihm nachfolgen. Wiederum wirft die Frage der Bekehrung vieler Heiden Fragen in Jerusalem auf. Jetzt wird klar, Kornelius war kein Sonderfall und so kommen dann Barnabas und Paulus als Lehrer nach Antiochia, um die Bekehrten zu lehren.
- Auch das ist ein gutes und wichtiges Prinzip. Bekehrte sollen gelehrt werden.
Ab Vers 27 lesen wir dann von den Propheten aus Jerusalem und vor allem von Agabus und seiner Ankündigung einer Hungersnot. Scheinbar hat er als NT Prophet eine etwas andere Funktion als die AT Propheten, die primär eine „christologische“ Funktion hatten. Hier sehen lesen wir von der Vorhersage bestimmter Ereignisse und von „Ermutigung & Lehre“.
Bei allen berechtigten Fragen die man über die Rolle von Agabus haben kann, sollten wir aber einige andere Dinge nicht übersehen, die uns in diesen Versen berichtet werden.
- Die Christen in Antiochia nehmen sehr bewusst Anteil am Leben ihrer Glaubensgeschwister weit über ihre Gemeinde- und Stadtgrenze hinaus. Wenngleich Gott Christen also in lokalen Gemeinden sammelt, so sollten wir doch auch immer im Blick haben, dass das Reich Gottes viel größer ist.
- Zum anderen lesen wir hier nun, dass die Gaben der Christen aus Antiochia zu den Ältesten der Gemeinde in Jerusalem gesandt werden, die nun scheinbar die Rolle der Apostel übernommen haben. Wir sehen hier also, dass es zwar Ähnlichkeiten zwischen diesen Ämtern gibt, aber wohl auch Unterschiede. Die Apostel waren die Gründer und haben die dogmatische Grundlage gelegt (die wir ja heute auch noch durch ihr Zeugnis im Neuen Testament haben). Aber die Leitung der Gemeinde ist dann die Verantwortung der Ältesten, die wohl irgendwann nach der Einsetzung der Diakone in Apg 6 eingesetzt wurden.