Kapitel 15 ist DAS Kapitel der Bibel schlechthin, wenn es um die Frage nach der Auferstehung der Toten geht. Zu Beginn erinnert Paulus die Korinther an etwas, das viel wichtiger und zentraler ist, als die Diskussion über Geistesgaben, um die es in den Kapiteln davor ging – nämlich das Evangelium. Paulus fasst die Evangeliumsbotschaft kurz und knapp zusammen: „15:3-4 Daß Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; 4 und daß er begraben worden ist; und daß er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift;“
- Da stecken die Kernpunkte drin (stellvertretender Sühnetod Jesu und seine Auferstehung) und eben der Bezug auf den biblischen Kontext und damit auf die Verheißungen aus dem AT.
- Zu diesen Versen habe ich für die neue Medienplatform Offen.Bar gerade einen Vortrag gehalten, der gestern veröffentlicht wurde: https://www.youtube.com/watch?v=BD92w6oCPTg
Dann kommt eine lange Verteidigung des Fakts der Auferstehung Jesu. Erst kommen die Zeugen für die Auferstehung … dabei nennt Paulus sich „15:8-9 Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden. 9 Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe.“
- Hier sehen wir, dass Paulus sich offenbar für den letzten Apostel hält (eine unzeitige Geburt) – von daher sollte klar sein, dass das Apostelamt mit ihm aufgehört hat. Es wird auch nicht mehr gebraucht, da das Fundament der Gemeinde gelegt worden ist (siehe Eph 2,20).
Im Fortgang folgen theologische Gründe für die Notwendigkeit der Auferstehung und für das, was Jesus durch seine Auferstehung erreicht hat. Die Macht der Sünde ist gebrochen … der Tod ist besiegt!
- Die Lehre von der Auferstehung Jesu und der Auferstehung der Gläubigen mit IHM ist in unserer sehr diesseitigen Welt oft unterbelichtet. Von daher ist dieses Kapitel für uns sehr wertvoll.
In diesem Kapitel kommen einige Aussagen, die typischer Weise bei Beerdigungen zitiert werden – und das zurecht. Denn hier wird deutlich, dass der Tod im Leben von Christen nicht das letzte Wort hat, sondern „nur“ der Übergang hin zu einer besseren Zukunft ist.
- Ich wünsche uns allen diese feste Zuversicht, die wir allein durch den Glauben an das Evangelium haben dürfen, an das am Anfang des Kapitels erinnert wurde.
Das 16. Kapitel ist ein typischer Briefschluss, der nach dem intensiven 15. Kapitel fast ein bisschen unvermittelt kommt. Dabei greift Paulus in den ersten 4 Versen noch ein Thema auf, zu dem es in Korinth scheinbar eine Frage gab: „Was aber die Sammlung für die Heiligen angeht …“
Paulus erklärt dazu drei Dinge:
- Die Gemeinde in Korinth wird da nicht anders behandelt als andere Gemeinden auch … so wie in den Gemeinden in Galatien, soll auch Korinth gesammelt werden.
- Die Sammlung soll am ersten Tag der Woche stattfinden. Das ist ein Hinweis darauf, dass sich zu diesem Zeitpunkt die Gemeinde in Korinth bereits am 1. Tag der Woche (also sonntags) traf. Manchmal wird ja behauptet, dass das eine spätere Erfindung sei, dass Gottesdienste Sonntagfrüh stattfinden, aber diese These ist kaum haltbar, da es einige Bibelstellen gibt, die andeuten, dass es schon in NT Zeiten dazu kam, dass sich die Gemeinde am (Auferstehungs-)Tag des Herrn traf.
- Gesammelt werden soll regelmäßig, weil so sichergestellt ist, dass wir unsere Verantwortung nicht vergessen.
Dann kommen Reisepläne, bevor Paulus dann mit einigen Ermahnungen endet.
- Hier kommt nochmals ein Aufruf, wachsam im Glauben zu leben und der Liebe Raum zu geben.
- Die Einheit der Gemeinde ist und bleibt also ein wichtiges Thema in Korinth und wird eben auch zum Schluss nochmals aufgegriffen.